
Moritz Katzmair
Regie
Christian Lex
Buch
Florian Burgmayr
Musik
Über 600 Mitwirkende haben den historischen Versespos „Meier Helmbrecht“ auf die eigens dafür gebaute Freilichtbühne gebracht.
Wir danken allen, die zum gelingen dieses einmaligen Ereignisses beigetragen haben!
Anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der ersten urkundlichen Erwähnung Burghausens wurde im August 2025 die mittelalterliche Versnovelle „Helmbrecht“ von Wernher dem Gartenaere in einer neuen Inszenierung auf die Bühne gebracht.
Über 600 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Burghausen und der Region erweckten gemeinsam unter professioneller Anleitung von Regisseur Moritz Katzmair und Autor Christian Lex die packende Geschichte des Bauernsohns Helmbrecht zum Leben – mit Orchester, Chor und spektakulären Szenen, die das Publikum ins 13. Jahrhundert entführen.
„Helmbrecht 2025“ knüpft an die lange Tradition der Burghauser Festspiele an, die seit den 1920er Jahren das Epos in verschiedenen Interpretationen immer wieder auf die Bühne brachten. Dabei spiegelt die aktuelle Inszenierung nicht nur die historische Bedeutung des Stoffes wider, sondern greift zugleich gesellschaftliche Themen unserer Zeit auf, indem etwa die Rolle der Frauen in der Geschichte neu beleuchtet wird.
Burghausen und Umgebung im 13 Jahrhundert.
Wilde Zeiten herrschen in Bayern, zu dem in dieser Zeit auch das kleine Dorf Gilgenberg gehört. Dort wächst der Sohn von Barbara und Martin, zwei rechtschaffenen Bauern, heran, die sich peu á peu nach oben arbeiten. Doch der Halbwüchsige will sich so gar nicht in die vom Menschen nicht anzutastende, göttliche Ordnung geben: Unten die Bauern. Oben die Adligen. Für den Revoluzzer ist das gar nichts. Er soll für sein Leben lang Bauer bleiben? Das wäre ja gelacht! Das sieht er ja gar nicht ein! Für ihn ist klar: er wird Ritter werden! Alle machen sich über ihn lustig. Was bildet das Bürscherl sich ein? Wie will denn einer wie er adlig werden? Das kann er schön vergessen. Doch während seine Mutter ihn unterstützt, versucht sein Vater ihn mit allen Mitteln von seinem Plan abzuhalten. Es kommt, wie es muss – die beiden zerstreiten sich. Der Sohn nennt sich Meier Helmbrecht – ein Titel, der eigentlich seinem Vater zu zustünde – und verlässt im Streit Gilgenberg und will es allen beweisen.
Jahre später ist er aber kein Ritter, sondern nur ein elendiger Raubritter geworden. Er sieht sich mehr wie ein bayerischer Robin Hood, doch mit seiner Bande verbreitet er Angst und Schrecken. Bislang hat er sein Heimatdorf immer ausgelassen, doch wird das noch lange so bleiben? Und dem regierenden Wittelsbacher Herzog Heinrich ist der Gerngroß Helmbrecht ohnehin ein Dorn im Auge. Heinrich ruft ihn als vogelfrei aus – jeder darf ihm den Helmbrecht bringen – tot oder lebendig.
Allen ist klar – hier ist von zweien einer zuviel. Und die Karten liegen eindeutig beim Herzog…
Helmbrecht ist eine mittelhochdeutsche Versdichtung, die im 13 Jahrhundert von Wernher der Gartenaere geschrieben wurde und in Burghausen und Umgebung spielt. Der knapp 800 Jahre alte Text wirkt auch heute noch auf eine faszinierende Art modern. Das Kreativteam um Moritz Katzmair und Christian Lex nähert sich zum Anlass des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt Burghausen der Kultfigur, dem Phänomen Meier Helmbrecht auf eine ganz neue, lustvolle, emotional-sinnliche Art und Weise.

Moritz Katzmair, Absolvent der Adk Bayern und Stipendiat der Sommerakademie für bairisches Volksschauspiel, erhielt 2012 den Nachwuchspreis der Luisenburg Festspiele und wurde mit dem Ensemble des „Polizeiruf 110 – Schuld“ mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet.
Neben zahlreichen Theaterengagements spielte er in bekannten Filmproduktionen wie den Eberhoferkrimis, „Die Känguru-Chroniken“, „Tatort“ und dem internationalen Kinofilm „A Hidden Life“ unter der Regie von Terrence Malick.
Als Regisseur und Dozent für Schauspiel leitete Katzmair zuletzt das Bürgerprojekt „1322 – Die Schlacht bei Ampfing“ mit über 600 Mitwirkenden, das vor jeweils 1400 Zuschauern restlos ausverkauft war.
Christian Lex begann seine Bühnenkarriere im Alter von sechs Jahren und veröffentlichte mit 16 seine ersten Kurzgeschichten. Nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger arbeitete er als Regieassistent, Regisseur und Schauspieler an renommierten Bühnen wie der Komödie im Bayerischen Hof, dem Theater an der Rott und dem Lustspielhaus.
Seit 2004 ist er erfolgreich als Autor tätig und schrieb Drehbücher für Fernsehproduktionen und Serien wie „Oktoberfest 1900“, „Eine unerhörte Frau“ und „Watzmann ermittelt“.
Zusätzlich verfasste er rund 20 Theaterwerkaufträge, darunter „Von der Unachtsamkeit der Liebe“ für das Landestheater Niederbayern.
Als Schauspieler ist Lex regelmäßig in bekannten Film- und Fernsehproduktionen wie „Hindafing“, „Der Alte“ und „Rosenheim Cops“ zu sehen.
Für seine vielseitige Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Grimmepreis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Publikumspreis des Fünf-Seen-Filmfestivals.


Neben dem beeindruckenden Schauspiel und den vielen Mitwirkenden fasziniert der Helmbrecht Chor und das Helmbrecht Festspielorchester die Zuschauer. Die Musik dazu komponiert und arrangiert Musiker Florian Burgmayr.
Florian Burgmayr ist ein freischaffender Komponist und Musiker, der für seine vielseitigen Kompositionen und außergewöhnlichen Live-Performances bekannt ist. Seine Musik reicht von Theater- und Filmmusik über Hörspiele bis hin zu Kabarett- und Bühnenprogrammen. Er arbeitet mit namhaften Künstlern wie Maria Hafner, Franziska Wanninger und Veronika von Quast zusammen und begleitet Lesungen sowie Theaterstücke musikalisch.
Sein Stil zeichnet sich durch eine besondere Mischung aus Poesie und Musik aus, oft mit ungewöhnlichen Instrumenten wie Hackbrett, singender Säge und Tuba. Mit seinem Gespür für Klang und Atmosphäre prägt er seit Jahren die Kulturszene in Bayern.
Über 600 ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger aus Burghausen und der Umgebung bringen sich mit ihren Fähigkeiten und Stärken bei Helmbrecht 2025 ein. Durch ihren Einsatz auf der Bühne als Komparsen, Schauspielerinnen, Tänzer, Reiter, Schaukämpfer oder Musiker oder hinter der Bühne in der Organisation und der Anfertigung von Kostümen, Requisiten und Bühnenbild entsteht nicht nur ein faszinierendes Theater sondern eine ganz besondere Gemeinschaft.


Stellvertretend für alle ehrenamtlichen Mitwirkenden stehen die Abteilungsleiter, die mit ihrem Engagement Helmbrecht 2025 erst möglich machen.
Auf der Bühne überzeugen sie durch ihr Schauspiel und ihre Leidenschaft. Die Schauspielerinnen und Schauspieler erwecken die Geschichte des Bauerssohn zum Leben.

Florian Schneider
Erster Bürgermeister
Stadt Burghausen
Ich freue mich auf das Gemeinschaftsprojekt Helmbrecht. Jeder kann und soll sich mit seinen Fähigkeiten einbringen, so dass wir gemeinsam Geschichte machen und 1000 Jahre Burghausen gebührend feiern.
Helmbrecht 2025 wird gefördert durch


Ein großer Dank gebührt außerdem unseren Unterstützern, die durch ihre Sachspenden, kostenlos zur Verfügung gestellte Dienstleistungen oder auch geringe finanzielle Unterstützung einen wertvollen Beitrag zu Helmbrecht 2025 leisten – gemeinsam lassen wir Geschichte lebendig werden!